Kita-Jahr kostenlos trotz Gebührenerhöhung?

KindergartenDie CDU besinnt sich: noch vor einem Monat hat sie unseren SPD-Antrag für ein kostenloses Kita-Jahr abgelehnt - obwohl Frau Senatorin Schnieber-Jastram doch eigentlich dafür war! Nun kommt offenbar doch Bewegung in die Sache. Es sind allerdings nicht die Kinder- sondern die CDU-Bildungspolitiker, die die Beitragsfreiheit wollen - damit das Leistungsnivau in der Schule besser wird. Man hätte dann weniger Risikoschüler. Zum Thema frühkindliche Bildung heißt es aus der CDU: “Wer in einem stabilen Elternhaus und mit vielen sozialen Kontakten aufwachse, müsse nicht zwingend eine Kita besuchen”. Andrea und ich finden:

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion begrüßt die wiederholte Diskussion innerhalb der Hamburger CDU um ein beitragsfreies Kita-Jahr. „Es wäre ein großer Fortschritt, wenn in die bisherige starre Haltung der Union Bewegung kommt“, sagten die jugend- und die familienpolitische Sprecherinnen der Fraktion, Andrea Hilgers und Carola Veit. Bislang gehe die Kita-Politik des Senats jedoch genau in die entgegengesetzte Richtung.

Noch im Juni 2006 hatte die CDU einen Antrag der SPD-Fraktion (Drs. 18/ 3243) für ein beitragsfreies Kita- oder Vorschuljahr im Familien-, Kinder- und Jugendausschuss abgelehnt. Durch die Einführung von Gebühren für die Vorschule und für das Mittagessen in den Kitas, enge Kriterien für den sozialen und pädagogischen Bedarf sowie die fehlende Ganztagsbetreuung für Kinder mit Sprachförderbedarf habe der Senat in den vergangenen Jahren gerade Kinder mit Förderbedarf aus der Betreuung gedrängt, sagte Hilgers. Zudem habe die CDU durch die Standardabsenkung in 2005 die Bedingungen für eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung verschlechtert.
Heute nun äußere sich der bildungspolitische Experte der CDU, Robert Heinemann, wieder positiv zu einem beitragsfreien Jahr vor der Einschulung. „Das Abstimmungsverhalten der CDU sprach bislang eine andere Sprache“, sagte Hilgers. 94 Prozent aller Fünfjährigen besuchten bereits eine Kita oder Vorschule. Um Kinder mit Förderbedarf frühzeitiger zu erreichen und gut auf die Schule vorzubereiten, bedürfe es größerer Anstrengungen. „Es geht darum, dass mehr Kinder mit Förderbedarf frühzeitig in den Genuss frühkindlicher Bildung kommen. Die aktuelle CDU-Politik beinhaltet einen doppelten Ausschluss: Erstens erhalten zu wenige Kinder mit Förderbedarf einen Platz. Zweitens ist der Stundenumfang für Förderung zu gering, wenn sie denn einen Platz bekommen“, so Kita-Expertin Hilgers. „Hier besteht dringend Änderungsbedarf.“

Für die frühzeitige Unterstützung der Kinder müssten daher:
- die Kriterien für sozialen und pädagogischen Bedarf erweitert werden.
- Sprachförderbedarf muss ein Kriterium für einen Ganztagsplatz sein.
- die Standardabsenkung muss zurück genommen werden.
- ebenso die pauschale Gebührenerhöhung um 13 Euro.

Die beiden SPD-Abgeordneten regten zudem eine Diskussion darüber an, wahlweise auch das Einstiegsjahr im Kindergarten beitragsfrei zu gestalten. „Eltern sollten frei sein, das erste oder das letzte Kita-Jahr für ihre Kinder beitragsfrei zu erhalten“, forderten Veit und Hilgers. „So fällt es ihnen leichter, den Einstieg in die Kita zu finden. Gerade für Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern und für Kinder, die kein oder zu wenig Deutsch sprechen, ist eine möglichst frühzeitige Kita-Betreuung entscheidend. Mit der Sprachförderung erst bei den Fünfjährigen zu beginnen, ist zu spät.“
Familienpolitikerin Veit rechnet sich große Chancen aus, dass die Kinder - wenn sie erst einmal in einer Einrichtung sind - dort auch bleiben werden. „Familienfreundlichkeit bedeutet auch, die Kosten für Eltern gerade in der ersten Phase zu senken. Ein beitragsfreies Einstiegsjahr im Kindergarten, das sich nahtlos anschließen kann an das einjährige Elterngeld, schafft an dieser Stelle optimale Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Elternschaft und Berufstätigkeit“, so Veit.

Kommentare

Hinterlassen Sie mir einen Kommentar oder eine Frage.




XHTML: Folgende Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>