Mittagessen-Gebühr: doch Kinder betroffen

Kindergarten Der Senat weiß doch was. Nämlich, dass bei steigender Zahl von Kindern in den Hamburger Kitas auch mehr Eltern ihre Kinder dort zum Essen anmelden. Das ist logisch. Es sagt aber nichts darüber aus, wie viele nicht mehr am Mittagessen teilnehmen. Darüber gab es in den letzten Wochen seitens der Elternvertretungen ernst zu nehmende Berichte. Dabei geht es nicht zuerst um die Frage, ob 13 Euro für manche Eltern viel Geld ist. Es geht darum, dass manche Eltern ihre Kinder vom Mittagessen in der Kita abmelden – und wir ausschließen müssen, dass sich hier Problemfälle verbergen. Per Kleine Anfrage hatte ich den Senat gefragt, wie er die Berichte der Kita-Eltern einschätzt, wonach viele Eltern in problematischen Stadtteilen ihre Kinder vom Mittagessen abgemeldet haben, nachdem der Beust-Senat die neue Essens-Gebühr eingeführt hatte. Eine wirkliche Antwort gab es nicht, sondern nur die Erkenntnis, dass der Senat kein Problem darin sehe, wenn Eltern in sozialen Brennpunkten das Essen für ihre Kinder abbestellen. Außerdem handele es sich nicht um eine Gebühr, sondern um eine “Essengeld”. Und schließlich könne man sich nicht vom Essen abmelden, sondern lediglich eine andere Betreuungsform - ohne Mittagessen - wählen. Dem Senat lägen keine Erkenntnisse darüber vor, wie viele Kinder betroffen sind. Heute nun gibt der Senat eine Pressemitteilung heraus und erklärt, es seien 277 Fälle, in denen Eltern ihre Kinder vom Essen abgemeldet hätten. Diejenigen, die ihre Kinder gar nicht erst beim Mittagessen anmelden, erst nicht mitgerechnet. Ich finde, wir müssen ausschließen, dass sich hinter dieser Zahl Fälle von Kindern verbergen, die jetzt den Tag ohne warme Mahlzeit verbringen müssen. Es reicht nicht, wie die Sozialbehörde „nicht erfasste Gründe“ zu verweisen. Senatorin Schnieber-Jastram redet am Thema vorbei und erkennt das Problem nicht. Natürlich steigt bei den Erfolgszahlen des Kinderbetreuungsgesetzes und des Kita-Gutschein-Systems insgesamt auch die Zahl der Angebote mit Mittagessen. Die Sozialbehörde hätte durchaus Möglichkeiten, sich mit den entsprechenden Kitas und Beschäftigten auszutauschen.

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