Juniorwahl 2008: Klarer Sieg für die SPD!
Eine Woche, nachdem die Wahllokale der Juniorwahl 2008 in 26 Hamburger Schulen geschlossen wurden, steht das Endergebnis fest: Eindeutiger Wahlsieger ist mit 40,6% die SPD. Die weiteren Ergebnisse der Juniorwahl 2008 in Hamburg lautet in Prozent – nach der mathematischen Rundung: CDU 21,6%, Grüne 17,5%, FDP 5,1%, Die Linke 5,0%, Sonstige 10,2%.
Auch bei der Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft hat die SPD einen Stimmenzuwachs von 12 % bei den Jungwähler/innen verzeichnen können. Dieses ist ein riesiger Erfolg und ein klares Signal zugleich. Die jungen Menschen dieser Stadt verlieren immer mehr das Vertrauen in einen Bürgermeister, der nichts anderes tut, als ihnen immer neue Steine in Form von Gebühren in den Weg zu legen.
4673 Schülerinnen und Schüler der teilnehmenden 7. Klassen haben Ihre Stimme abgegeben. Das bessere Abschneiden von SPD und Grünen gegenüber der CDU im Gegensatz zu den realen Wahlen war schon bei vergangenen „Juniorwahlen“ in anderen Bundesländern zu beobachten. Da die Teilnahme von Schulen am Projekt „Juniorwahl“ freiwillig ist, ist das Ergebnis aus statistischer Sicht natürlich nicht repräsentativ.
Ein weiteres wichtiges Signal der Hamburger Juniorwahl 2008 ist die hohe Wahlbeteiligung von 86,7% der Schülerinnen und Schüler an den teilnehmenden Schulen. Aber nicht nur durch die Wahlbeteiligung als Prozentangabe unterscheidet sich die „Juniorwahl“ von der Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft. Vergleicht man die Wahlbeteiligungen der Schulen nach Wahlkreisen, so ist im Vergleich zur richtigen Bürgerschaftswahl ein gegensätzlicher Trend zu erkennen. Bei der Juniorwahl wurden die niedrigsten Wahlbeteiligungen in Stadtteilen erreicht, die vom Statistikamt Nord bei ihren Analysen als „bessere“ Stadtteile im Sinne höherer Durchschnittseinkommen, geringerer Arbeitslosigkeit und weniger Hartz IV-Empfänger eingestuft wurden. Hier gab es zum Beispiel Schulen mit Wahlbeteiligungen zwischen 34,6 und 64,5 Prozent. Dagegen warteten sogenannte „weniger gute“ Stadtteile mit Wahlbeteiligungen von bis zu 100 Prozent auf.
Bei der Unterscheidung nach Schulformen fällt folgendes auf: Insgesamt lag die Wahlbeteiligung der teilnehmenden Gesamtschulen zwischen 83,1 und 100 Prozent. Die Gymnasien decken hingegen das gesamte Spektrum ab.
Bemerkenswert ist ebenfalls, dass rechtsextreme Parteien im bundesweiten Vergleich bei den Hamburger Teilnehmern der Juniorwahl nur marginale Stimmanteile erreichten – prozentual gut die Hälfte, wenn man es mit Niedersachsen und Hessen vergleicht.
Hintergrund zur „Juniorwahl“
Die “Juniorwahl” informierte und sensibilisierte Jugendliche ab Klassenstufe 7 zum Thema Wählen. Darüber hinaus trägt sie die Wahldiskussion in die Familien und Freundeskreise: “Gehst Du zur Wahl?”, “Was wählst du – und warum?”. Im Unterricht umfasste die “Juniorwahl” etwa sechs bis acht Schulstunden vor der Wahl. Die Lehrerinnen und Lehrer haben dafür als Hilfestellung methodisch-didaktische Materialien des Vereins Kumulus e.V. erhalten. Die Bandbreite der Veranstaltungen reicht von Podiumsdiskussionen mit Vertretern verschiedener Parteien – wie am Gymnasium Grootmoor – bis hin zum Rededuell zwischen Jugendlichen und Politikern vor 400 Jugendlichen im Plenarsaal der Bürgerschaft am 4. Februar.
Der Wahlakt der „Juniorwahl“ spielte sich in der Woche vor der realen Bürgerschaftswahl ab. Dabei zielte das Projekt darauf, dass die Schülerschaft selbst aktiv wird: Jugendliche setzten sich mit Grundbegriffen zum Thema Wählen sowie mit Wahlplakaten, Slogans, Kandidaten und Programmen auseinander, richteten Wahllokale ein, verteilten Wahlbenachrichtigungen, beaufsichtigten die Wahl etc.
In Hamburg begleitete die Juniorwahl erstmals eine Bürgerschaftswahl. Historisches Vorbild der “Juniorwahl”, die seit 2000 in Deutschland seitens Kumulus e.V. als Angebot der politischen Bildung besteht, ist das US-amerikanische Projekt “Kids Voting” - dort wissenschaftlich von den Universitäten Stanford, Wisconsin und Arizona State begleitet.
Kommentare
2 Kommentare to “Juniorwahl 2008: Klarer Sieg für die SPD!”
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Ach ja, das wäre schön gewesen, so ein Ergebnis “in echt”. Schade.
Eigentlich bin ich kein Freund von “lasst die Kinder wählen”, so ein positives Ergebnis lässt hingegen hoffen. Woran liegt’s? Bessere Aufklärung der Jugend? Oder genau das Gegenteil? Sind die Jugendlichen noch nicht durch die klar Meinung-machende Presse beeinflusst - schlicht, weil sie keine Zeitung lesen? Ihre Eltern hingegen sind, behaupte ich einmal, alle durch die einseitige Berichterstattung in Hamburg deutlich beeinflusst worden…
[...] Wenn das so bliebe, hätte Rot-Grün in einigen Jahren mit großem Abstand die absolute Mehrheit in Hamburg. Das ist jedenfalls das Ergebnis der sogenannten “Juniorwahl”, bei der in 26 Hamburger Schulen Wahllokale eingerichtet wurden. Carola Veit berichtet ausführlich in ihrem Blog. [...]