U4: Sulfathaltiger Aushub ins Marschland?
Wer tief unter Hamburgs Innenstadt einen Tunnel gräbt, muss anschließend jede Menge Erdreich entsorgen - so weit, so gut. Wäre es einfach eiszeitlicher Sand, könnte man den sogar vielerorts verwenden. Wenn er aber mit Gift belastet ist, wird die Sache zweifelhaft - plötzlich gibt es ein Entsorgungsproblem. Statt Bausand hat man einen riesigen Berg Sondermüll.
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, das scheint die Devise des Beust-Senates gewesen zu sein, als dieser der Abnahme von 110.000 m³ des beim U4-Bau ausgehobenen Bodens zusagte. An sich ist so viel Boden, zumal geschenkt, ja keine schlechte Sache, kann dieser doch bei diversen Bauprojekten der Stadt verwendet werden (warum eigentlich nicht in der östlichen HafenCity?).
Wenn er denn unbelastet wäre. Jetzt aber hat sich offenbar herausgestellt, dass der Boden stark mit Sulfat belastet ist. Sulfate können durch Regen oder Grundwasser herausgelöst werden - und belasten dann das Grundwasser oder das Wasser der Gräben, über die das Wasser (mit einigen Umwegen) in die Elbe gelangt. Am Ende findet sich der Schwefel aus dem Sulfat im Trend-Elbfisch “Stint” wieder.
Deshalb ist der ursprüngliche Plan, den ausgehobenen Boden ins Marschland der Elbe zu kippen, nicht durchführbar. Die Stadt muss nun den kostenlos übernommenen Boden für viel Geld entsorgen. Eingeplant war das nicht - es wird die immensen Kosten der überflüssigen U 4 weiter erhöhen.
Ich habe daher gemeinsam mit meiner Kollegin Monika Schaal versucht, vom Beust-Senat zu erfahren, wie der belastete Boden entsorgt werden soll, warum nicht vorher untersucht worden ist, was da aus dem Hamburger Untergrund kommt, und wie das ganze Geschäft der Aushub-Übernahme gelaufen ist. Hier unsere Anfrage und die Antwort des Senates.
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