Kita-Chaos bei CDU und GAL
Ein unausgegorener Schnellschuss auf Kosten der Kinder und Familien sind die Pläne von CDU und GAL, im nächsten Jahr die verpflichtende Vormittags-Vorschule in Hamburg einzuführen. Hamburgs Eltern hatten bisher ein Wahlrecht zwischen Kita und Vorschule, aus dem sie jeweils das individuell bessere Angebot für ihr Kind wählen könnten. Etwa zwei Drittel entschieden sich für die Kita, zum Beispiel wegen des ganzheitlicheren Bildungsansatzes dort, aber auch, weil dort eine bis zu zwölf-stündige Betreuung gewährleistet werden kann. Christa Goetsch müsste eigentlich wissen, dass der Wechsel des Betreuungsortes und der Bezugspersonen – vormittags Vorschule, nachmittags und in den Ferien die sogenannte „Anschlussbetreuung“ in der Kita – für die Kinder nachteilig ist und die Eltern vor erhebliche Probleme stellt: den Ortswechsel müssen die nämlich irgendwie selbst organisieren. Und den Kitas mit ihrem Bildungsauftrag wird die Auffangfunktion “Lückenbüßer” auch nicht gerecht. Was die GAL mit der CDU jetzt vorlegt, ist ein Konzept, dass seinen Namen nicht verdient.
Alle bisher bekannten Studien haben zudem ergeben, dass die Vorschule keine besseren Lernergebnisse bringt, als die Kita: Insbesondere im Bereich Spracherwerb und Sprachkompetenz liefern eher die Kitas die besseren Ergebnisse. Vor diesem Hintergrund ist völlig unverständlich, weshalb hier im Hauruck-Verfahren alle Fünfjährigen plötzlich in die Vorschule müssen sollen. Im Wahlkampf hatten sich alle Parteien dafür ausgesprochen, den Übergang vom Kindergarten in die Schule zu erleichtern und die gleichberechtigte Zusammenarbeit der Institutionen zu verbessern. Davon ist nun wohl bei CDU und GAL keine Rede mehr.
Die angehenden Koalitionsparteien sollten die jetzt laut gewordene Kritik an ihren Planspielen
ernst nehmen, die von Wohlfahrtsverbänden, der Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten oder dem Landes-Eltern-Ausschusses Kindertagesbetreuung geäußert wurde.
Kommentare
Hinterlassen Sie mir einen Kommentar oder eine Frage.
