Kostenfreiheit nur für Eltern, deren Kinder hungern
Mein Fraktionsvorsitzender hat zum Koalitionsvertrag gesagt, Aufbruch sehe anders aus. Das kann ich für den Kinder- und Familienbereich nur bestätigen. Weiterwursteln in Projekten und Projektchen, die alle nicht auskömmlich finanziert sind, das setzt die Tradition von Senatorin Schnieber-Jastram fort. Büchergeld und Mittagessengebühr bleiben. Erfreulich ist, dass einige unserer Forderungen aus den letzten Jahren für den Kita-Bereich quasi wörtlich übernommen wurden. Insgesamt handelt es sich dabei aber zumeist nur um notwendige Anpassungen des ja noch recht jungen Kinderbetreuungsgesetztes, das wir vor vier Jahren der CDU abgerungen haben. Die Entwicklung der Lebenschancen durch frühe Bildung und Pädagogik soll gefördert werden, haben die Koalitionäre ausserdem herausgefunden. Aber kein Wort von viel zu großen Gruppen in den Kindergärten und Krippen, kein Wort von viel zu wenig Personal. Da kann auch der Kita-Tüv nicht viel helfen. Das letzte vorschulische Jahr sollte kostenfrei werden. Das wird es aber nur für die Eltern, deren Kinder in fünf Stunden keine Mahlzeit brauchen. Das Mittagessen kostet nämlich weiter - obwohl es andererseits einen Rechtsanspruch auf eben die fünfstündige Betreuung inklusive Essen gibt.
Und auch in anderen Bereichen bleiben es eben Kompromisse: Seit drei (!) Jahren reden wir uns den Mund fusselig, endlich die Kinder-Früherkennungs-Untersuchungen verbindlich zu machen. Andere Bundesländer haben das inzwischen getan. Nun erkennt die CDU tatsächlich einen “Nachbesserungsbedarf” an. Zwei der neun Vorsorgeuntersuchungen sollen nun verbindlich werden (übrigens nach dem System, das wir vorgeschlagen haben!).
Mein Sohn ist in der ersten Klasse, er wird zu den ersten Versuchskaninchen gehören, die nun nicht nach, sondern während der ersten sechs Jahre sortiert und selektiert werden. Ich glaube, auf die Volksinitiative gegen diesen Quatsch werden wir nicht lange warten brauchen. Meine Tochter wird im Sommer drei. Wenn in einigen Monaten das Abendblatt eine lange Liste veröffentlicht, welcher Kindergarten mit welchem Gymnasium, welche Kita mit welcher GHR kooperiert, wird noch einmal richtig deutlich, dass diese Politik die soziale Spaltung verfestigt. So werden es wieder weniger Veddeler Kinder aufs Gymnasium schaffen.
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6 Kommentare to “Kostenfreiheit nur für Eltern, deren Kinder hungern”
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Betrifft. Kita-Politik
Liebe Frau Veit
Manchmal habe ich den Eindruck ,dass Politiker ,die wichtige Entscheidungen im sozialenBereich treffen ,nicht unbedingt den Durchblick zu Problemen in diesem Bereich haben.
Warum holen sie sich nicht regelmässig die Beratung von Leuten die sich durch ihre Arbeit auskennen mit den Problemen?
Gemeinsam könnte man nach Lösungen suchen….im Sinne der Kinder und Jugendlichen..in Hamburg…
Frau Veit , Sie haben meine volle Anerkennung für Ihre Meinung.Wir sind uns mal auf der Tagung”Kinderarmut” begegnet.Wir haben uns nach der Podiumsdiskussion noch über KITAS unterhalten die Kindern nicht so gerecht werden wie es sein sollte….
Mit Freude habe ich letzte Woche im Radio verfolgt ,dass Sie auch eine(einen) Kinderbeauftragten für Hamburg sinnvoll finden würden.
Ich habe dies der GAL während der Koalitionsvereinbarungen per Brief und Mail vorgeschlagen(Ich habe keine Antwort bekommen)
.Ich hätte auch selber auf Grund meiner Erfahrungen grosses Interesse an dieser Tätigkeit.
.Ich arbeite seit 15 Jahren an der Fachschule für Sozialpädagogik Wagnerstrasse,habe grosse Kitas geleitet,über 5o Familienseminare in Bremen für überforderte Eltern durchgeführt und Spielebücher geschrieben.Der Bereich “Bildung und Chancengleichheit” ,”Partizipation von Kindern “ist mein Schwerpunkt.Mir ist es sehr wichtig, dass mehr in dieser Stadt darauf geachtet wird ,dass die Kinder zu ihrem Recht kommen.und das KITAS liebevoll und kreativ Bildungschancen nutzen.
Ich habe einen guten Zugang zu Kindern und weiss ,was sie brauchen.Es beschäftigt mich sehr ,wenn Kinder kaum Lobby für ihre Bedürfnisse haben und unter unwürdigen Bedingungen leben und lernen.Das muss konkreter benannt und öffentlich werden.
Gerne würde ich mal mit Ihnen Kontakt aufnehmen.
Meine Telefonnummer.68992812 (ab 18 Uhr)
Mail.Gina-Grabbet@web.de
schule.42863/3827 Büro soll dann Info in mein Fach legen.
Liebe Grüsse Regina Grabbet
Sie hatten auch vorgeschlagen mal in meine Schule zu kommen um über die Ausbildung von Erzieheren mehr zu erfahren.
Gerne würde ich Kontakt zu Ihnen aufnehmen ,habe leider Ihre Visitenkarte verloren.
Liebe Grüsse Regina Grabbet
68992812 Gina-Grabbet@web.de
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Liebe Frau Veit
In dieser Woche habe ich in unserer Schule(Fachschule für Erzieherinnen Wagnerstrasse)über den Fall Lara gesprochen und über den Kinderschutz und die Hilfssysteme in unserer Stadt.
Ich habe viele Pressemeldungen und Fernsehberichte dazu gesammelt.dabei ist mir aufgefallen dass Sie schon lange die verbindlichen U-Untersuchungen fordern und nichts passiert ist bei den Parteien im Senat neue Gesetze hätten veranlassen können.Ich bin froh dass durch die Pressemeldungen deutlich wird dass Sie sich intensiv darum kümmern das die Situaion von Kindern die unseren Schutz brauchen mehr in den Vordergrund gerückt wird.
Warum hat sich die Sozialarbeiterin viel mit den Erwachsenen unterhalten und das Kind nicht genau angesehen?
Warum steht das Elternrecht vor dem Kinderrecht?
Warum werden Kinder so wenig zu Problemen gehört die sie betreffen und warum reden Erwachsene so viel über Probleme von Kindern und so wenig mit ihnen darüber?
Warum gibt es kaum Kinderkonferenzen in den Ämtern,den Kitas,den Schulen?
Warum haben wir nicht so eine sinnvolle Stelle wie in Berlin,wo eine Kommissarin der Polizei sich mit einigen Angestellten speziell um vernachlässigte Kinder erfolgreich kümmert.Sie hat eine besondere Ausbildung.und arbeitet als Kinderkommissarin erfolgreich.
warum haben wir keine Kinderbeauftragte die in die Kitas und Schulen geht und mit den Kindern darüber spricht wie es ihnen geht,
die darauf achtet dass ihr Recht auf liebevolle Betreuung und Bildung gewährleistet ist und all die anderen Kinderrechte umgesetzt werden. Wir sollten mehr handeln ,uns direkt mit den Kindern beschäftigen.statt mit Papieren und vielen vielen Diskussionen.Danke dass Sie aktiv sind…
Ganz liebe Grüsse Regina Grabbet
Sehr geehrte Frau Grabbet, wollten wir uns nicht schon lange einmal treffen? Vielleicht schaffen wir es ja endlich einmal. All die Fragen, die Sie formulieren, sind ja (weiterhin) akut und werden es ja voraussichtlich auch noch länger bleiben.
Sie erreichen mich am besten unter carola-veit@gmx.de oder 01774432754.
Liebe Grüße,
Carola Veit