Fall Morsal im Jugendausschuss

In unserer ersten Sitzung in der neuen Legislaturperiode beschäftigt sich der Familien-, Kinder- und Jugendausschuss morgen Abend mit dem Fall der ermordeten Morsal A. (Dienstag, 10. Juni 2008, um 18:30 Uhr im Rathaus, Raum 151). Als Vorsitzende habe ich die Sitzung zu leiten.
Es gilt, die Hintergründe einer Gewalttat aufzuklären, die über die Grenzen Hamburgs hinaus für Entsetzen gesorgt hat, vorallem aber zu klären, weshalb das Hilfesystem versagt hat. Einiges wissen wir schon; die Aneinanderreihung von Versäumnissen scheint erschreckend. Nach einer bemerkenswerten Pressekonferenz, in der Senatorin Goetsch erklärt hatte, die “Papierlage” sei “gut”, und nachdem die rechtspolitische Sprecherin der CDU in der Bürgerschaft erklärt hatte, in diesem Fall sei alles richtig gemacht worden, konnte sich der Senat trotzdem lange nicht entscheiden, ob und welche Antworten er uns auf unsere Fragen gibt - auch das macht stutzig. Es geht aber nicht nur um Details zum Einzelfall, sondern vorallem auch um grundsätzliche Mechanismen, die hier offenbar versagt haben. Ich hoffe, wir können morgen im Ausschuss nun wirklich darüber sprechen. Immerhin hat der CDU-Fraktionsvorsitzenden Frank Schira öffentlich angekündigt, es werde bei der Aufarbeitung des Todes der 16jährigen nichts verschleiert. Daher erwarte ich auch eine möglichst lückenlose und transparente Darstellung des gesamten Behördenhandelns. Hier noch ein lesenswerter Kommentar.

Kommentare

Ein Kommentar to “Fall Morsal im Jugendausschuss”

  1. Thomas am 9. Juni 2008 um 14:45 Uhr

    es werde bei der Aufarbeitung des Todes der 16jährigen nichts verschleiert

    Ja klar, dann glaube ich das eben auch noch. Es wird nichts verschleirt, was nicht schon verschleiert ist würde den Sachverhalt wohl deutlich besser darstellen. Und selbst wenn nichts verschleiert wird, das schenkt zum einen der 16-jährigen das Leben nicht wieder und zum anderen ist und bleibt es ein Amtsversagen. Köpfe werden wohl kaum rollen.

    Behörden entscheiden oft nach Aktenlage ohne deren Sprache richtig zu deuten. Das sind in Deutschland leider keine Einzelfälle. Zum Glück gehen nicht alle Fälle so aus wie der von Morsal.

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