Morsal O.: Tarnen, täuschen, verschweigen

Sie tun es schon wieder: Nachdem erst Senatorin Goetsch und diverse andere schwarz-grüne Vertreter versuchten, in der Öffentlichkeit zu behaupten, im Umgang mit der 16jährigen Rothenburgsorterin sei alles korrekt gelaufen, bemühte sich die schwarz-grüne Mehrheit im Jugendausschuss, die Aufklärung des “Falls” zu behindern. Und jetzt soll offenbar versucht werden, uns Teile der Akten vorzuenthalten.

Wohlgemerkt: Dass es bei den Akten Einschränkungen geben kann und muss, ist erstens einzusehen und zweitens verschiedentlich gerichtlich geklärt. Auch wenn wir unter Ausschluss der Öffentlichkeit vertraulich tagen geht uns zum Beispiel eine Krankenakte von Morsals Mutter nichts an, und wahrscheinlich auch nicht, wer wieviel zum Familieneinkommen beiträgt. Möglicherweise gibt es auch andere Details über Familienmitglieder, die mit Morsal O. nichts zu tun haben.

Geradezu zynisch aber mutet es an, wenn der Senat jetzt erklären würde, die tote junge Frau habe ja selbst in vielen Gesprächen auf Vertraulichkeit gedrungen und Details zu ihrem Leidesweg stets nur unter der Maßgabe preisgegeben, dass kein Dritter je davon erfahre. Genau das aber ist offenbar die Begründung, mit der im von der Sozalbehörde gefertigten Entwurf der Vorlage für den Beschluss des Senats die Herausgabe diverser Aktenstücke jetzt verhindert werden soll. Die Behörden vermochten nicht, Morsal O. vor der brutalen Gewalt durch ihre Familie (bis hin zum Mord) zu schützen - und jetzt wollen sie die Tote nachträglich schützen, indem sie die Aufklärung behindern?

Hätten Hamburgs Behörden sich so sehr um das Wohl des LEBENDEN Mädchens gekümmert wie jetzt um ihren vermeintlichen postmortalen Willen - Morsal O. wäre vermutlich nicht ermordet worden! Der Verdacht drängt sich auf, dass hier vor allem eines schutzbedürftig ist: Die Fehlleistungen diverser Dienststellen, die am Ende zu Morsal O.s Tod geführt haben.

Es gibt eine Reihe von Veröffentlichungen, die sich - im Vorfeld des am 16. Dezember beginnenden Prozesses gegen Morsals Bruder - mit diesem Thema befasst haben. Eine Zusammenfassung bringt zum Beispiel der Blog www.hh-heute.de . Ich versichere schon jetzt allen, die sich wünschen, dass sich ein Vorgang wie der um den Leidensweg von Morsal O. in Hamburg nie wiederholt: Wir werden dies alles nicht auf sich beruhen lassen. Wenn der Senat wirklich meint, hier weiterhin mauern zu können, dann müssen und werden wir andere Wege finden, die Vorgänge lückenlos aufzuklären!

Bildquelle: Wikipedia

Kommentare

2 Kommentare to “Morsal O.: Tarnen, täuschen, verschweigen”

  1. Morsal O.: Wollen Behörden Versagen vertuschen? » Beitrag » hh-heute :: nachrichtenblog für hamburg am 12. Oktober 2008 um 18:44 Uhr

    [...] ertragen” ist dieses Argument für die SPD-Jugendpolitikerin Carola Veit, die sich auch in ihrem Blog mit dem Thema auseinandersetzt. “Der Senat versteckt sich hinter dem toten Mädchen, [...]

  2. Morsal O.: Keine Akteneinsicht für die NZFH » Beitrag » Carola Veit (SPD Hamburg) am 24. Oktober 2008 um 23:38 Uhr

    [...] Das Tarnen, täuschen und verschweigen geht also weiter. [...]

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