Kleine Anfrage zur (gekippten) verlässlichen Hortbetreuung an Primarschulen

schulkinderDas war schon eine überraschende Entscheidung des Senats, die erst im Mai angekündigte Ausweitung der Nachmittagsbetreuung an Primarschulen wieder zu streichen. Was Presse, CDU und GAL zuerst laut bejubelte und als große Innovation verkauften, hat der Senat jetzt still und leise einkassiert. Vor einem halben Jahr hat die Schulsenatorin Goetsch den Eltern doppelt so viele Hortplätze versprochen wie bisher. Jetzt wird das Ganze ausgerechnet mit Hinweis auf nötige Einsparungen beerdigt – obwohl der Senat stets behauptet hat, das Projekt sei kostenneutral umzusetzen. Das passt nicht zusammen. Allerdings: Die Hortreform so, wie CDU und GAL sie durchdrücken wollten, war nicht ausgereift, das Konzept hatte erhebliche Schwachstellen behaftet. Leider ging es nicht um Klasse, sondern um Masse, und die Qualität der pädagogischen Arbeit sollte nur eine untergeordnete Rolle spielen. Erheblich vergrößerte Gruppen, Betreuung nur noch bis 12, nicht mehr bis 14 Jahre, komplett ungeklärte Raumsituationen, gewaltsames Plattmachen gewachsener Hortstrukturen – alles gruselig. Was dort geplant war, war eine gigantische Standardabsenkung vor. Wer es wirklich ernst meint mit der Förderung benachteiligter Kinder, kann ihnen nicht nur zwei Minuten ungeteilte Aufmerksamkeit pro Kind und Stunde zukommen lassen. Wer es ernst meint mit Förderung und Kinder nicht nur aufbewahren will, muss auch die notwendigen Rahmenbedingungen für eine pädagogische Arbeit schaffen, die diese Bezeichnung verdient. Doppelt so viele Hortplätze ohne einen einzigen zusätzlichen Erzieher und auch keine zusätzlichen Räume, stattdessen größere Gruppen und schlechtere Betreuung – Eltern und Kita-Träger waren darüber zu Recht entrüstet.
Einkassieren bzw. verschieben ist also richtig. Schlimm ist aber, dass nun im Hortbereich offenbar gar nichts passieren soll. Kein Wort vom dringend nötigen Ausbau und vom Platzmangel. Kein Wort mehr davon, dass die Nachmittagsbetreuung allen Kindern offenstehen sollen – nicht nur von den Eltern, die Arbeit haben. Dabei war gerade dies erklärtes Ziel von Senatorin Goetsch. Aber es war offenbar nur ein Lippenbekenntnis.
Und der Verdacht, das Ganze sollte die Primarschule versüßen.
Was Hamburg braucht, sind mehr Hortplätze. Immer mehr Eltern sind auf der Suche nach einer ordentlichen Betreuung für ihre Kinder nachmittags an den Schulen. Und das ginge auch im bestehenden Hort-System. Keine Frage. Und selbstverständlich wäre es möglich, auch führ mehr Kinder das System zu öffnen. Aber wirklich gewollt ist das offenbar nicht.
Mit meinem Kollegen Ties Rabe habe ich eine Kleine Anfrage zum Hort-Schwindel eingereicht. Warum wurde das Vorhaben verschoben? Wann wird es gegebenenfalls wieder aufgegriffen? Und wie kann eine seriöse finanzielle Planung aussehen? Hier die Antwort des Senats

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