Gutachten über Betrieb von Babyklappen: Was will Wersich?
Eigentlich will er ja am liebsten gar keine Babyklappen. Deswegen hat er sich auch mit Schwung in die Diskussion über die Sternipark-Klappen gestürzt und den “Babyhandel” ins Spiel gebracht. Die Debatte entbehrte also durchaus einer gewissen Sachlichkeit – leider. Im Familienausschuss kamen wir im Sommer auch nicht weiter, weil der Senator meinte, nun müsse er sich überhaupt erst mal die Rechtslage anschauen und ein Gutachten in Auftrag geben und dann würde es weitergehen. Ging es aber nicht. Im Oktober war die Studie des DIJuF fertig – vorgestellt hat Wersich sie gestern, und zwar in Berlin. Weiß der Geier, warum!
Wie es mit Babyklappen und „Erste-Baby-Hilfen“ in Hamburg weitergehen soll, sagte Wersich nicht – über ein halbes Jahr, nachdem er medienwirksam nach angeblich verschwunden Babys fahnden ließ und fast drei Monate nach Vorlage des Gutachtens. Statt in Hamburg für Klarheit zu sorgen, versucht Wersich, sich in bundespolitische Formulierungen zu flüchten. Vermutlich wollte er mit einer Pressekonferenz in Berlin kritische Fragen zu seiner fragwürdigen Rolle in der Hamburger Diskussion um Babyklappen und „Erste-Baby-Hilfen umgehen.
Die Hamburger SPD spricht sich grundsätzlich für Babyklappen aus. Hamburg braucht Babyklappen. Wir haben vor zehn Jahren hier in Hamburg die ersten eingerichtet – und das war gut und richtig so. Im Vordergrund steht neben dem Schutz der Kinder das Ziel, die Mütter behutsam wieder mit ihrem Kind zusammenzuführen. Die Ergebnisse zeigen, dass dies auch gelingt. Klar ist, dass die Grundlage der Arbeit transparent und klar sein muß.
Es kommt jetzt darauf an, gute, tragfähige Lösungen zu finden, die Frauen in Notsituationen und ihren Kindern helfen. Wenn man es will, dann geht das auch. Letztlich geht es nicht darum, Eltern aus der Verantwortung zu entlassen, sondern darum, Kindern zu helfen. Bleibt zu hoffen, dass der Senat sich nun endlich auf den Weg macht. Die Sozialbehörde hatte in ihrer jüngsten Pressemitteilung vom 8. Januar 2010 über ein Ende Dezember am Kinderkrankenhaus in Altona abgelegtes Mädchen erstmals den Aspekt herausstellte, Mutter und Kind wieder zusammenführen zu wollen. Dieses wichtige Ziel wurde bisher vom Sozialsenator leider nicht betont – und er hat hier auch keine Erfolge vorzuweisen.
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